Junioren-WM in Suhl
Junioren-WM Suhl
Vom 16. bis 26. Juni 2026 blickte die internationale Schießsportwelt nach Suhl: Bei der ISSF Junioren-Weltmeisterschaft traten über 800 Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten aus 66 Nationen im Schießsportzentrum Suhl gegeneinander an. In den Disziplinen Gewehr, Pistole und Flinte wurden insgesamt 39 Weltmeistertitel vergeben. Mit mehr als 1.500 Starts zählt die Veranstaltung zu den größten internationalen Nachwuchswettbewerben im Schießsport. Das deutsche Team war beim Heimspiel mit 49 Athletinnen und Athleten vertreten, davon sieben Starter aus Brandenburg.
Aus Brandenburger Sicht machte Fiete Kühn am Dienstag, den 16.6., den Auftakt. Er hatte, wie einige Sportler aus dem deutschen Schnellfeuer-Sextett große Probleme und kam nur auf 268 Ringe. Bundestrainer Detlef Glenz beschreibt es so: „Es war deutlich unter unseren Erwartungen, und unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch untertroffen. Die Mannschaft war pro Mann 18 Ringe schlechter als bei der EM. An der Börse spricht man vom Black Friday, das war unser Black Thursday.“ Der zweite Tag konnte nur besser werden. Am Ende wurden es 555 Ringe und Platz 31 für Fiete.
Am Samstag, den 20.6., starteten die Juniorinnen mit der Sportpistole. Lucy Wernecke mangelte es, wie einigen der deutschen Starterinnen, an der Konstanz über die kompletten 30 Schuss im Präzisionsteil. Auf Platz 61, bei 273 Ringen, startete sie in den zweiten Wettkampftag. Am Ende standen 555 Ringe zu Buche und mit Platz 53 eine Verbesserung um acht Plätze im Vergleich zum Vortag.
Das stärkste Teilnehmerfeld aus Brandenburger Sicht waren die Junioren mit der Luftpistole, die am Montag, den 22.6. starteten. Aus Brandenburg haben sich gleich vier Sportler für den Jahreshöhepunkt qualifiziert.
Um die 575 Ringe – das war die einhellige Meinung – sind gefordert, wenn es um die Finalteilnahme bei der WM in Suhl geht. Letztlich lag der Finaleingang bei 576 Ringen. Von diesem befanden sich die DSB-Schützen ein gutes Stück entfernt, David Obenaus rangierte als Bestplatzierter auf Platz 25 mit 569 Ringen. Ein Ergebnis, mit dem er sehr gut leben konnte: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf, auch wenn ich den ein oder anderen Fehler eingebaut habe. Man ist halt doch ein bisschen aufgeregt bei so einer WM. Die 570 wären schon schön gewesen.“ Dass er das Zeug gehabt hätte, unter die Top 20 oder gar in Finalnähe zu kommen, analysierte Bundestrainerin Jördis Grabe danach: „Es war einer seiner besten Wettkämpfe, so wie er gearbeitet hat. Wenn man zehnmal 9,9 schießt, da hatte er das Glück nicht auf seiner Seite.“ Und Obenaus ergänzte: „Es ist ein sehr hohes Niveau, das war uns schon vorher bewusst. Es hätte für mich schon alles gut laufen müssen, dass eine 576 herauskommt.“
Die anderen DSB-Schützen – übrigens alle deutschen Athleten feierten ihr WM-Debüt – kamen mal besser, mal schlechter mit den Umständen und der Nervosität zurecht: Grabe ordnete die Ergebnisse und Platzierungen von Leon Kabisch (566, 44. Platz), Lucas Struck (559, 82. Platz) und Anakin Sarrach (557, 91. Platz) so ein: „557 ist für Anakin, unseren Jüngsten, ein gutes Ergebnis und eine sehr gute Erfahrung. Leon hatte ein bisschen Startschwierigkeiten, hat dann mit zweimal 97 stark ausgeschossen. Lukas Struck hat sich sicherlich mehr erhofft, gerade nach der Qualifikation in Dortmund mit 578 Ringen – da müssen wir noch etwas Ursachenforschung betreiben. Aber alle haben es sich verdient, hier zu starten.“ Im Team belegte das Trio Obenaus, Struck und Buchwald den zwölften Platz: „Das ist ein realistisches Ergebnis und spiegelt das wider, wo wir stehen“, so Grabe.
Für die deutschen Pistolenschützen folgte nun noch ein Wettkampf, das Mixed mit der Luftpistole. Der fand am Dienstag, 23. Juni statt, und die Duos David Obenaus & Aileen Pitschke sowie Lucas Struck und Ronja Gmeinder werden den DSB vertreten. Obenaus gab die Devise vor: „Ich habe kein Ergebnis im Kopf, einfach konzentriert durchziehen Schuss für Schuss.“
Die zwei deutschen Duos hatten erwartungsgemäß mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Dennoch enttäuschten vor allem Aileen Pitschke & David Obenaus mit 565 Ringen und Platz 24 nicht. Beim Team Ronja Gmeinder & Lucas Struck, das mit ihren 557 Ringen auf dem 37. Platz landete, war die fehlende Konstanz – bei Serien von 88 bis 97 Ringen – ausschlaggebend dafür, dass es nicht weiter nach oben ging.
Im Bereich Flinte Trap ging Lucas Racko als einziger Brandenburger an den Start. Nach drei Wettkampftagen waren es 110 Scheiben und Platz 68. In der Teamwertung landete das Trio Rosenecker, John und Racko auf Platz sechs.
Sara Franke
Bundesstützpunktleiterin Frankfurt (Oder)

